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Jeder hat Geheimnisse

Gepostet am 18. Juli 2014 um 4:55

Es gibt immer noch Menschen, die Hypnose nicht nutzen, obwohl sie eine effektive Verbesserung ihrer Lebensqualität bewirken könnte.


Warum ist das so?


Nun, jeder hat Geheimnisse. Dinge, von denen er nicht möchte, dass sie ein anderer erfährt... und das ist auch in Ordnung!


Diese unbestimmt Angst vor der Hypnose beruht auf der falschen Vorstellung, dass man in Trance keine Kontrolle darüber hat was man sagt oder tut. Diese Angst wird durch Hypnoseshows, in denen sich Menschen freiwillig zum Affen machen natürlich noch geschürt.


Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Hypnoseshows, sie haben genauso ihre Berechtigung wie andere Bühnenauftritte oder Unterhaltungssendungen. Niemand würde dem Bauer verwehren sich eine Frau zu suchen, oder der Bachelorette ihren Traumtyp nicht gönnen. Allerdings dürfte den meisten Menschen klar sein, das es sich hierbei um eine Show handelt, die in erster Linie unterhalten soll und mit der Wirklichkeit nur sehr entfernt zu tun hat.


Hypnose dagegen, hmm...


Ich erinnere mich noch gut an meine erste Hypnoseerfahrung:


Eine Hypnoseshow in einer Dorfdisco: Partystimmung!

Der Hypnotiseur ging durch die Menge und suchte scheinbar wahllos Kandidaten aus und bat sie auf die Bühne. Auch ich wurde ausgesucht. Ich erinnere mich noch sehr gut an das unbehagliche Gefühl, da zu stehen und von allen angestarrt zu werden.

Warum ich mitgemacht habe? Schon mal was von Gruppendruck gehört?

Alle deine Freunde stehen um dich herum und finden es toll, dass du ausgesucht wurdest, gleichzeitig bist du schon im Fokus des Publikums, da der Hypnotiseur mit dem Mikrofon ja direkt neben dir steht, da noch "Nein" sagen ist nicht einfach (zu meiner Entschuldigung: ich war erst 17).


Also da stand ich nun und wurde mit den anderen hypnotisiert und tatsächlich: ich konnte meine Augen nicht mehr öffnen!


Ich hörte wie der Hypnotiseur anderen Befehle gab: "Du bist ein Rock-Star und spielst ein E-Gitarren-Solo" oder "Du bist eine Primaballerina und tanzt gerade Schwanensee" und ich hörte das Gejohle der Menge.

In mir baute sich eine ungeheure Spannung auf, ich weiss noch das meine Fäuste so fest geballt waren das meine Finger anfingen zu kribbeln.

Dann spürte ich eine Hand auf meiner Schulter und erhielt eine Anweisung.

Ich weiss auch heute nicht mehr was ich eigentlich tun sollte, ich weiss nur, dass etwas in mir "Nein" sagte und ich stocksteif stehengeblieben bin.

Dann gingen meine Augen auf und ich hatte ein ganz blödes Gefühl (so eine Mischung aus Spielverderber und Versager).

Der Hypnotiseur hatte sich schon längst einem anderen Kandidaten zugewandt und ich stand da und fragte mich warum es bei mir nicht funktioniert hatte.

Ich gelangte zu der Überzeugung, dass ich wohl nicht hypnotisierbar wäre. Irgendwie war ich sogar stolz darauf und habe es später auch immer behauptet.


Als ich meine Hypnoseausbildung begann war ich immer noch überzeugt selbst nicht hypnotisierbar zu sein.

Nun gehört es zur Selbsterfahrung im Rahmen der Ausbildung auch selbst  hypnotisiert zu werden. Ich dachte nur "mach du mal, dass klappt sowieso nicht".

Ich schloss meine Augen, obwohl ich nicht das Gefühl hatte es zu "müssen". Die folgende Erfahrung war sehr angenehm und entspannend, ich hörte der Stimme zu und lies mich einfach treiben, Bilder sah ich keine, auch keine Farben, ich hörte alle Geräusche um mich herum (Papier rascheln, Stühle rücken, etc.) aber irgendwie war das nicht wichtig.

Als ich aus der Trance zurückgeführt wurde hatte ich nicht das Gefühl das ich in Hypnose gewesen wäre. Ich hatte ja alles mitbekommen. Aber die 10 Minuten Entspannung waren trotzdem sehr angenehm gewesen.


Nur... es war beinahe eine Stunde!

Wenn ich es nicht auf meiner eigenen Uhr gesehen hätte, hätte ich es nicht geglaubt. Dieser subjektive Zeitverlust hat mich zuerst sehr verwirrt.

War ich doch in Trance gewesen? Waren da vielleicht Dinge, an die ich mich nicht erinnern konnte?

Aber nein, ich konnte mich an alles erinnern, nur kam es mir viel kürzer vor.


Vor der nächsten Hypnose hatte ich etwas Angst. Wovor? Tja, wovor eigentlich?

Vielleicht Dinge zu erzählen, die mir peinlich sind, schmerzliche Erinnerungen wachzurufen, die Kontrolle zu verlieren.


Meine wichtigste Erkenntnis: zu Hypnose gehört Vertrauen und das Gefühl gut aufgehoben zu sein!


und... ich habe verstanden, dass ich mich nicht hilflos ausliefere, das ich nur die Dinge sage oder tue, die ich selber sagen oder tun will, dass mich niemand manipulieren kann!

Diese Erfahrung hatte ich auch schon bei der Hypnoseshow in der Dorfdisco gemacht, nur war mir das damals nicht klar.


Heute weiss ich, dass meine Geheimnisse geheim bleiben, wenn ich das wünsche.

Auch in der Hypnose!


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